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Von Playboy-Hasen und Stepfordfrauen: Frauen im Fernsehen “You play the girl”

Carina Chocano ist Filmkritikerin und ihr gerade auf Englisch erschienenes Buch “You play the girl: On Playboy Bunnies, Stepford Wives, Train Wrecks & other mixed messages” betrachtet, welche medialen Bilder von Frauen uns immer wieder begegnen. Geboren in den 1960er Jahren arbeitet sie sich von ihrer Kindheit bis in die Gegenwart, betrachtet die Disney-Filme neu mit ihrer heranwachsenden Tochter und erinnert sich an die Playboy-Sammlung ihres Großvaters. Carina Chocano geht es um das Bild von Frausein, das uns Kinofilme und Magazine vermitteln und in dem Frauen häufig nur in ihrer patriarchal idealisierten Form vorkommen; eine Kontinuität, die sich bis in die zeitgenössischen Filme findet, in denen Frauen in erster Linie dazu da sind, dem Helden eines Films bei seiner Mission zu helfen, schön, zurückhaltend, ohne eigene Ziele, sorgend, begehrenswert, aber ohne eigenes Begehren.

“The girl does not act, though – she behaves. She has no cause but a plight. She doesn’t want anything, she is wanted. She doesn’t self-actualize but aids the hero in selfactualization.”

Mit großem analytischen Geschick zeigt sie auf, wie das Narrativ in den Filmen aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen folgt und Frauen stets auf die Rolle vorbereitet, die von ihnen erwartet wird. Um die Träume, Wünsche, Sehnsüchte der Frauen geht es dabei nie. Kaum ein Mädchen der 70er und 80er Jahre wuchs ohne “Die bezaubernde Jeannie” auf – doch wer ist diese Jeannie, diese lustige, süße, hilflose Traumfrau, die den Major “Meister” nennt und der immer wieder all ihre chaotischen Manöver korrigieren muss, weil ihr das Verständnis für die Welt fehlt, in der er lebt? Sie gehorcht ihm auf das Wort. Noch immer gilt Pretty Woman als einer der romantischsten Filme aller Zeiten – und ist doch patriarchal bis auf das Blut. Sie, die Gefallene, wird in die Prostitution getrieben und dann vom reichen, charmanten Richard Gere gerettet. Nicht nur wird Prostitution romantisiert, der Mann als Freier wird auch noch zum Prinz erklärt, und wer jetzt glaubt, all das sei ja lange her, sei kurz an den Hype um “50 Shades of Grey” erinnert. Pretty Woman wurde zur Blaupause des romantischen Films bis in die Gegenwart. Nicht viel besser sind die Romantikkomödien ab den 2000er Jahren, die sich um die Panik drehen, keinen Mann mehr abzubekommen, denn das ist doch das Wichtigste, das Einzige, um das sich so ein Frauenleben dreht, lustig und unterhaltsam verpackt, aber mit einer ernsten Mahnung.

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Mit der Sexindustrie für Frauenrechte?

Hugh Hefner

By Toglenn (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Frauen des globalen Südens haben sich bestimmte Rechte hart erkämpft: das Recht auf Abtreibung und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, das Recht auf Geburtenkontrolle (zum Beispiel durch die Pille oder die Pille danach) sind nur ein paar Beispiele.

Bei nüchterner Betrachtung müssen wir jedoch leider feststellen, dass zur Wahrheit dieser Erfolge auch eine unbequeme Erkenntnis dazu gehören muss: Frauen konnten sich diese Rechte nur deshalb erkämpfen, weil man uns ließ. Weil es der patriarchalen Verfügung über den weiblichen Körper dienlich war und ist.

Ein wichtiger Player diesbezüglich die die American Civil Liberties Union (ACLU), eine amerikanische Nichtregierungsorganisation, die im Jahr 1920 gegründet wurde. Sie setzt sich für den Liberalismus ein und ist vergleichbar mit der deutschen Humanistischen Union.
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