Schlagwort: rosa luxemburg stiftung

Der Unterschied zwischen Ficken und Sex – ein Debattenbeitrag zur Prostitution

St. Pauli - Hamburg Reeperbahn

St. Pauli - Hamburg Reeperbahn by The world through my eyes via Flickr, [CC BY-NC-ND 2.0]

Derzeit wird gleich auf zwei Debattenblogs – einmal dem der Heinrich-Böll-Stiftung, einmal dem der Rosa-Luxemburg-Stiftung – „moderiert“ über Prostitution diskutiert. Moderiert bedeutet, dass alle von ahnungslos bis zynisch menschenverachtenden Pro-Prostitutionsartikel sogenannter „ExpertInnen“ dort veröffentlicht werden – jene, die sich gegen Prostitution einsetzen und ihre Artikel dort einreichen und an anderer Stelle eng zum Beispiel mit der Rosa-Luxemburg Stiftung zusammenarbeiten, werden gepflegt ignoriert. Das passt zum allgemeinen Gebaren der Linken, die beim Thema Prostitution auf dem linken Auge blind ist. Woran liegt das? Warum glaubt die Linke, eine 9-Milliarden-Dollar-Industrie würde sich ausgerechnet für sexuelle Freiheit einsetzen? Und warum wird versucht, die KritikerInnen eben dieser Industrie so gezielt mit Begriffen wie „Hurenhass“ und Shitstorms auf Twitter zum Schweigen zu bringen? Ich glaube, es liegt daran, dass die Linke den Unterschied zwischen Ficken und Sex nicht verstanden hat.

Weiterlesen

Wider den akademischen Zynismus der Prostitutionsdebatte – Romanas Geschichte, eine von 400.000 Prostitutierten in Deutschland

Ich habe lange überlegt, ob ich diese Geschichte aufschreibe. Sie ist nicht meine Geschichte, sie ist die Geschichte einer fremden Frau, die kaum Deutsch spricht, die diesen Blog nicht liest und die auch sonst nicht viel liest. Was mich dazu bewegt, es doch zu tun, ist der menschenverachtende Zynismus, der sich auf gleich mehreren Blogprojekten zum Thema Prostitution zur Zeit breit macht. Da wird in akademischer Borniertheit über den Streitwert von Prostitution und sexueller Dienstleistung philosophiert, da ergeht sich ein studierter Experte nach dem anderen in dem für und wider einer freiwilligen Prostitution, während da draußen 400.000 Frauen sind, von deren Lebenswelt die gelehrten Damen und Herren nicht den Hauch einer Ahnung haben. Deshalb werde ich Romanas Geschichte erzählen, exemplarisch für all die anderen Frauen, mit denen ich in der Zwischenzeit gesprochen habe, weil mich wirklich interessiert, was es bedeutet, im Jahr 2014 in Deutschland eine Prostituierte zu sein und nicht ob Prostitution nun gesellschaftlich akzeptabel ist, trotz des bisschen Ausbeutung und patriarchaler Vorrechte, wie es gerade auf diesen angeblich kritischen Blogs der Rosa-Luxemburg- und Heinrich-Böll-Stiftung geschieht.

Weiterlesen