Schlagwort: schwangerschaft

Der Frauenleib als öffentlicher Ort – vom Missbrauch des Begriffs Leben

Frauenkörper werden kontrolliert, Frauen wird die Selbstbestimmung über ihre Körper genommen. Nirgendwo wird das deutlicher als am Umgang mit dem Recht auf Abtreibung. Frauen wird es verwehrt, selbst zu bestimmen, was mit ihren Körpern geschieht, und das systematisch. Die Kontrolle über die Gebärfähigkeit ist eine der Grundfesten männlicher Herrschaft und das sicherste Zeichen dafür, dass es auch bei uns mit der Gleichberechtigung nicht so weit her ist, wie wir uns das vielleicht wünschen.

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Alleingeburt – die Rückkehr zur selbstbestimmten Geburt

Buchcover: Alleingeburt

Sarah Schmid: Alleingeburt, edition riedenburg, 2014

Schwangerschaft und Geburt – daraus sind in den letzten Jahrhunderten zunehmend Krankheitszustände geworden. Hebammen werden aus der Geburtsvorsorge und dem Geburtsvorgang nach und nach verbannt, obwohl ihr Beruf zu Recht als der älteste der Welt betrachtet werden kann. Aus dem intimen und natürlichen Vorgang der Geburt wird in großen und sterilen Krankenhäusern für viele Frauen ein fremdbestimmter, schmerzhafter und oft genug auch traumatisierender Prozess, in der Fremde und lieblose Ärzte und Schwestern über ihren Körper und den Geburtsvorgang bestimmen. Das schürt Ängste, die die Geburt erschweren können und eine schwere Geburt ist ein Hemmnis für die erfolgreiche Bindung zwischen Mutter und Kind und führt nicht selten in Wochenbettdepressionen. Jede Geburt ist anders. Prinzipiell ist der Körper der Frau auf sie vorbereitet und führt eine angstfreie Geburt zu weniger schmerzhaften und kürzeren Wehenphasen. Sarah Schmid hat drei ihrer vier Kinder alleine geboren – auf einer Waldlichtung, im Garten, im eigenen Wohnzimmer und mit “Alleingeburt – Schwangerschaft und Geburt in Eigenregie” ein Buch darüber geschrieben. Ihre erste Geburt im Krankenhaus erlebte sie als traumatisierend, weswegen sie sich entschloss, die zukünftigen Geburten selbst zu bestimmen. “Alleingeburt” ist ein sehr persönliches Buch, das viele Anstöße gibt, den für uns “normalen” Geburtsprozess zu überdenken. Sarah Schmid spricht die Risiken und Gefahren in ihrem Buch an und sie gibt Tipps für die erste Zeit mit dem Baby und den Umgang mit den Entwicklungsprozessen. Ihr Buch ist ein Plädoyer dafür, die Deutungshoheit über den Geburtsprozess den Frauen zurückzugeben – und damit wieder zu einem natürlichen und angstfreien Erlebnis zu machen.

Sarah Schmid: Alleingeburt – Schwangerschaft und Geburt in Eigenregie. Edition Riedenburg 2014

Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft – ein Idealbild, an dem die Realität nur scheitern kann?

Schwangerschaft, Frau

via Pixabay, Public Domain CC0

Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft – für viele Frauen ist das das Ziel all ihrer Träume. Werbung und Gesellschaft zeichnen ein Idealbild, dass der wunderschönen und glücklichen Schwangeren, der stressfreien Geburt und schließlich der ewig sanftmütigen, selbstaufopfernden Mutter. Konflikte? Widerstände? Widersprüche? Darüber wird gerade in diesem Zusammenhang nur sehr ungern gesprochen. Die Realität sieht anders aus: 10 bis 20 Prozent aller Frauen erleiden nach der Geburt Symptome der postnatalen Depression, die verhindert, dass sie sich über die Geburt ihres Kindes freuen können und aufgrund der Suizidgefahr für Mutter und Kind sogar lebensbedrohlich ist. Dennoch werden die wenigsten Frauen in der Nachsorge auch psychisch betreut – oder bekommen auch nur die Gelegenheit, offen über das, was unter der Geburt geschehen ist, zu sprechen.

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