Schlagwort: sex

Liebesbrief an F. oder warum Feministinnen (keinen) Sex haben

Feministinnen können ja gar keinen Sex haben, weil sie Männer hassen. Die will doch eh kein Mann, hab ich recht?

Die Unterstellung, dass man als Feministin keinen Sex haben kann, weil man Männer natürlich kategorisch ablehne, habe ich leider schon zu oft wahrgenommen. Ein neues Level erreichte dies jedoch, als ich neulich mal wieder auf meiner heiß geliebten Datingplattform Tinder unterwegs war, denn dort traf ich einen jungen Mann namens F.

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Wie geht feministisch lieben? Beziehungstipps für heterosexuelle Feministinnen

Feministisch lieben und dann auch noch heterosexuell sein – geht das? Lauscht frau der öffentlichen Debatte, scheinen sich Feminismus und heterosexuelles Liebesglück auszuschließen. Die Meinungen schwanken zwischen den Extremen ‘Wie der Feminismus die Liebe zerstört’ und ‘Feministisch lieben geht nur in lesbischer Beziehung’ und legen einvernehmlich nahe, dass es unmöglich sei, als Feministin eine glückliche Liebesbeziehung mit einem Mann zu führen. Auch die Suche in der umfangreichen Ratgeberliteratur offenbart nur eine bedrückende Leere auf dem Büchermarkt. Feministische Beziehungsratgeber für heterosexuelle Frauen sind so gut wie nicht existent.
Als eine derjenigen Frauen, die zu der bemitleidenswerten Spezies heterosexueller Feministinnen gehören, weil sie ihre Hände einfach nicht von Männern lassen und ihr Begehren auf Frauen ausrichten können, erlaube ich mir deshalb, hier zehn Beziehungs- und Überlebenstipps für feministische Heteras zu geben. Diese basieren vor allem auf meinen eigenen mittlerweile schon 25 Jahre währenden Beziehungserfahrungen. Wie sicher viele von euch habe ich einige echt miese Beziehungen mit Männern hinter mir. Dies war, als ich noch jung, schüchtern und unerfahren war, aber seitdem ich den Feminismus mit Anfang/Mitte 20 für mich entdeckt habe, wurde es zunehmend besser. Weil Feminismus für mich bedeutet, meine eigenen Interessen als Frau besser wahrzunehmen und auch gegenüber meinen Mitmenschen zu verteidigen. Erst meine Beschäftigung mit dem Feminismus führte dazu, dass die Beziehungen zunehmend besser wurden und auch die Liebe immer schöner.

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Weibliche Sexualität – oder das Leben ist zu kurz für zufällige Orgasmen

Wir haben uns als Störenfriedas Gedanken darüber gemacht, warum bei all diesen Diskussionen um Porno, um Prostitution, um Rape Culture und um die Sprache dazu immer der männliche Blick auf Sexualität im Vordergrund steht und uns ist dabei bewusst geworden, dass wir selbst diesen Blick auch einnehmen, wenn wir dieses Verhalten kritisieren. Der Fokus liegt immer auf dem Mann. Aber was ist mit unserer Sexualität? Es gibt unterschiedliche Studien, die belegen, dass Frauen beim Verkehr mit ihren Partner keinen Orgasmus haben. Sie genössen aber das Gefühl der Nähe und hätten auch ein gewisses Gefühl der Erregung. Körperliche Ursachen für den ausbleibenden Orgasmus gibt es nicht. Bei der Selbstbefriedigung klappt es. Ich habe mit vielen meiner Freundinnen – meiner nichtfeministischen Freundinnen – gesprochen und tatsächlich – sie schlafen mit ihren Freunden, ohne je selbst einen Orgasmus zu haben. “Das ist mir nicht so wichtig”, sagen sie dann. Ich habe dann den Kopf schief gelegt und gefragt: “Hattest du denn jemals einen, dass du so etwas sagen kannst?” – denn ich kann einfach nicht begreifen, dass Frauen auf so einen elementaren Teil ihrer Sexualität einfach so verzichten, nur weil ihre Partner nicht in der Lage sind, auf die Bedürfnisse ihrer Freundinnen einzugehen. Ich habe mich in meinem Leben irgendwann entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Mir war meine Lust nicht egal, ich habe sie nicht irgendeiner Partnerschaft untergeordnet, ich wollte das genau wissen, was mich anmacht und warum und ich habe so manche Ausflüge an bizarre Orte unternommen, um dann festzustellen, ob mir das gefiel oder nicht. Aber ich bin den Dingen auf den Grund gegangen, meiner eigenen Lust. Bin ich eigentlich lesbisch? Oder stehe ich nur auf bestimmte Frauen? Bin ich also bi? Aber eigentlich schlafe ich am liebsten mit Männern. Ich mag Dominanz – geht das als Feministin überhaupt und bin ich deswegen SMlerin? Alles Fragen, die zu klären waren – und ich habe sie geklärt für mich selbst und kann deshalb frei und unbefangen mit mir und meiner Sexualität umgehen. Aber der Weg dahin war steinig. Und oft auch ziemlich lustig.

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Eine Revolution der Liebe

Love Liebe

By böhringer friedrich (Own work) [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Die Liebe gehört zu den schönsten Dingen, die uns im Leben passieren können. Den Bauch voller Schmetterlinge, Glücksgefühle, die durch unsere Nervensysteme strömen, eins werden mit jemandem, nicht mehr allein sein, da draußen. Und doch wird so oft aus diesem Gefühl die Hölle. Nun kann man sagen, dass dies dem Wesen der Liebe innewohnt, so wie die Rose eben Stacheln hat, doch im Kapitalismus und im Patriarchat hat es damit eine etwas andere Bewandtnis. Liebe, so wie wir sie leben und wie sie uns vorgelebt wird, ist auch ein Produkt und sie könnte anders sein, wenn sie denn frei wäre. Denn die Liebe im Kapitalismus ist eine elende Angelegenheit, haben wir uns doch alle darauf geeinigt, dass dieser Bereich nun ins Private gehört. Überall sonst herrscht Konkurrenz, herrschen Kälte und Druck, doch dieser Bereich, die Partnerschaft, die Liebe, die soll frei davon sein, hier soll alles perfekt sein, ein Rückzugsort vor dem Unbill der Welt da draußen. Warum läuft es dann gerade hier oft so schrecklich schief?

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