Schlagwort: sexpositiver feminismus

Warum Sex nicht einfach positiv ist

Sex in progress, do not disturb

By Nevit (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Sexpositive Feministinnen erklären, in Abgrenzung zur radikalfeministischen Perspektive, Sex zu einem Mittel der persönlichen Befreiung. Jede Kritik an mit Sex verbundenen Institutionen, wie der Pornografie oder der Prostitution, sehen sie im Zusammenhang mit einer moralisch-konservativen Haltung, die Sex tabuisieren oder reglementieren will. Das führt mitunter zu seltsamen Auswüchsen. So erklärte die Mädchenmannschaft Linda Lovelace, die Darstellerin aus dem “Kultfilm” Deep Throat zu einer “Akteurin in der Geschichte des Blowjobs”. Linda Lovelace wurde zu den Pornodrehs gezwungen, sie wurde geschlagen und erniedrigt. Das hat sie selbst später immer wieder berichtet. Sie ist also keine Akteurin, sondern ein Opfer. Wenn Sexualität aber Opfer hervorbringt, dann kann sie nicht einfach harmlos oder schlicht “positiv” sein, deshalb wird Linda Lovelace lieber zu einer “Akteurin” erklärt als als Opfer benannt. Das ist das Problem, wenn eine Haltung zum Dogma wird. Betroffene sexueller Gewalt sind nach dieser Lesart also nur “Akteure” im Drama ihrer eigenen Vergewaltigung. Das ist eine Einstellung, die im Namen von sexpositiven Feminismus die Opfer sexueller Gewalt verhöhnt, in dem die ihnen geschehene Gewalt relativiert wird.

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