Schlagwort: sexualerziehung

Sexualerziehung durch die Sexindustrie? Keine gute Idee!

Pornos sind überall. Wir haben Foodporn und Bookporn und Porno Rap und überhaupt ist alles Porno. Das große Ziel der Sexindustrie, endlich im Mainstream anzukommen, ist fast erreicht. Pornos sind nichts Schmutziges mehr, im Gegenteil. Pornos sind cool. Wer die in in ihnen dargestellte Gewalt gegen Frauen, der immer weiter eskalierende Hass und die Gefahren anspricht, die die Sexindustrie mit sich bringt, gilt als prüde. In keiner Industrie ist die Selbstmordrate höher, sind eindeutiger Rassismus und sexistische Gewalt nicht nur geduldet, sondern sogar gewünscht und können “Produkte” nur durch massiven Drogenkonsum der Darsteller erstellt werden. In Pornos werden Frauen systematisch entmenschlicht, sie sind austauschbare Ressourcen, deren Gefühle und Körper nichts zählen.

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Keine Tochter aus gutem Hause: Johanna Elberskirchen

Buchcover: Keine Tochter aus gutem Hause

Christiane Leidinger: Keine Tochter aus gutem Hause - Johanna Elberskirchen, UVK, 2008

Jeder Blick zurück in die Geschichte offenbart eine Vielzahl von unerzählten Geschichten. Gerade in der Frauengeschichte gibt es eine Vielzahl dieser Geschichten, die erst nach und nach von Feministinnen und Historikerinnen ausgegraben werden. Die Geschichte von Johanna Elberskirchen ist so eine Geschichte. Christiane Leidinger hat sie bereits 2008 in “Keine Tochter aus gutem Hause – Johanna Elberskirchen (1864-1943)” niedergeschrieben.  Johanna Elberskirchen war eine mutige Kämpferin für Frauenrechte und die Rechte von Homosexuellen. In einer Zeit, als das noch als Krankheit galt, setzte sie sich mit leidenschaftlichen Schriften für eine Anerkennung ein. Sie kritisierte die Diskriminierung unehelicher Kinder und schrieb mit scharfen Worten gegen die Prostitution als Bastion exklusiver männlicher Sexualität an. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam ihre öffentliche Tätigkeit zum Erliegen – doch auch mit ihrem Tod war ihre Geschichte noch nicht zu Ende.

Johanna Elberskirchen wurde am 11. April 1864 in Bonn geboren. Als Tochter “kleiner Kaufleute” wurde ihr eigentlich keine höhere Bildung zugestanden, doch Johanna setzte sich darüber hinweg. Sie arbeitete zunächst als Buchhalterin in Rinteln, Westfalen und zog dann für ein Studium in die Schweiz, wo das Frauenstudium bereits seit längerem erlaubt war. Sie studierte erst Medizin in Bern und später Jura in Zürich. Bereits mit Anfang 20 verfasste sie erste Texte und hielt Reden, so zum Beispiel “Die Prostitution des Mannes. Auch eine Bergpredigt – Auch eine Frauenlektüre”, worin sie die Doppelmoral der Männer verteufelte, die auf Prostituierte und Frauen herabsahen, zugleich aber diejenigen waren, die Prostitution als notwendig empfanden, um ihre eigenen Triebe zu befriedigen.
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