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“Feministischer Porno”? Warnung: Rant.

We don't need no patriarchal education.

Public DomainChristopher Dombres

Ein Gastbeitrag von Inge Kleine zur Forderung der SPD Berlin “feministische Pornographie” staatlich zu subventionieren:

* “Die Darstellung von Vielfalt an Körperformen, Geschlechtern, ethnischer Herkunft, Sexualität und Sexualpraktiken.”

Das ist ja mal eine echte Neuerung in Pornos, echt – da werden bisher ja keine schwarzen Menschen gezeigt, oder Frauen mit Kopftuch, oder Asiatinnen, oder “Zigeunerinnen” oder, oder, oder, oder …….

Ganz toll. Und es gibt auch einen Mangel an der Darstellung von “Sexualpraktiken” in Pornos. Oder? Also her damit, damit sie dann in einer Reihe mit der Vielfalt der Personen stehen, Gangbang in der in Pornos typischen Variante braucht ja auch beides, weiße (Frauen), (schwarze) Gangs …..

Und verdammt noch mal – einer der wenigen Vorteile darin, zufällig lesbisch zu sein, bestand bisher darin, bei diesem Mist weitestgehend ignoriert zu werden, keine Vorschriften zu kriegen, was Lesbe zu tun hat oder wie sie zu stöhnen hat oder sonst etwas. Die “Lesbenpornos” waren genauso Gewalt wie die anderen, aber die hatten ja mit uns nichts zu tun.
Aber jetzt soll es ja “realistisch” werden. Weil Kameras, Regieanweisungen, nachträgliche Tonspuren und Geld für jede Handlung ja so realistisch sind – und davon abgesehen – gerade wenn etwas “realistisch” ist, möchte ich damit nicht auch noch diesen Voyerismus bedient sehen.

Mal im Ernst.
WEN WOLLT IHR HIER VERARSCHEN??

*Verhütung (wenn nicht, dann nur im (dokumentierten) Konsens)

Klar – eine Unterschrift zeigt und beweist ja den “Konsens”. Alles gut. Ist dann im Zusatzmaterial zu sehen.

*Die explizite Darstellung von Konsens und Kommunikation

Klar – wir plappern einfach in der Eingangszene, wie sehr wir Vergewaltigungsphantasien lieben und das jetzt spielen, und dann ist alles hunkie-furzi-fick-galori!

Ich wiederhole mich: WEN WOLLT IHR HONKS VERARSCHEN?

Die schöne neue Welt für Frauen – zerquetscht zwischen diesen Optionen:
(1) Einer rassistischen, Frauen-an-den-Herd, Lesben-und-Schwule-bitte-raus, Väter-sind-die-Herren-über-(Ex-)frauen-und-Kinder Partei (und zwei dahin ausfransenden Parteien) und
(2) mehreren Parteien mit schöner Einigkeit zu Frauen: Frauen bitte A.-in-die-Luft und Frauen, macht ein paar Kurse wegen des Würgereflexes, bei Schmerzen bei Anal hilft ganz viel Gleitcreme und ein paar Entspannungsübungen, ein paar Sternchen, ein paar Formulierungen, ein paar Behauptungen, ein bisschen Gequatsche zu “mainstream”, zu Sexismus und zu Rassismus, nur um ihn zu bedienen, und alles ist gut – diese Parteien dann.

Die alte Kontroverse zwischen Konservativen und “Liberalen” so richtig vor die Nase geklatscht, mit ein paar Modifikationen auf der linken Seite: “Die einzelne Frau gehört nur einem Mann, und der hat alle Rechte auf sie” (Konservative, AfDler, Männerrechtler-offen-rechts-Variante), oder “Frauen haben immer allen Männern zugänglich zu sein, aber weil wir ehemaligen sozialistischen und linken Leute inzwischen keine Texte mehr lesen, geschweige denn sie verstehen, dürfen die Frauen dafür ein bisschen Geld nehmen, und sie müssen lernen, dass es freiwillig sein muss, und das ist doch tooooooooooolllllllllllllllllllll! Und gar kein Mainstream, nein igitt, wir sind [enter buzzword here]!” (Linke, Grüne, SPD, CDU, Männerrechtler-angeblich-links-Variante.)
Abgefuckt seid ihr, sonst nichts.

Und zig gehorsame Frauen unterstützen das. Denn wir sind so in diese Formen getreten worden, dass wir Alpträume kriegen beim Gedanken, zu Männern einfach “Nein” zu sagen.

Echt. Ich glaube, ich habe bei Pornos mehr Respekt oder komme mit Schenkel klopfenden Wichsbolzen besser zurecht, als mit A-Löchern, die mir diesen Mist erzählen.

Und dann möchte ich noch wissen, was die SPD sonst noch alles tut, um nie irgendwo politische Verantwortung übernehmen zu müssen.

Seid doch einfach ehrlich, sagt doch einfach, Frauen sind Drei-Loch-Fickpakete, manche Trans und manche junge Männer sind Zwei-Loch-Fick-Pakete, wir sind dafür, es so zu gestalten, dass ihr es ein paar Jahre überlebt, und wieso, das Wahlrecht habt ihr ja noch, und wir sagen doch die ganze Zeit, dass es freiwillig sein MUSS, also was soll’s.
Warum nicht einfach ehrlich sein.


Und wir sind alle so sozialisiert, dass wir uns nicht wehren.

Wechselmodell für alle – wie Väterrechtler die Bundestagswahl kapern

Es ist kein Geheimnis, dass Väterrechtler besser vernetzt sind als Mütter. Der Grund liegt auf der Hand: Sie haben Ressourcen und Zeit, die Müttern fehlen. Nur so sind die Ereignisse der letzten Tage zu erklären, die auf ein völliges Versagen der Politik schließen und das Schlimmste für Mütter und Kinder befürchten lassen.

Aber der Reihe nach: Am vergangenen Donnerstag entschied die Justizministerkonferenz der Länder, den gesetzlichen Regelungsbedarf für das Wechselmodell zu prüfen. Wechselmodell bedeutet, dass Kinder getrennter Eltern nicht länger vorrangig von einem Elternteil, meistens der Mutter, betreut werden, sondern zwischen den Haushalten der Eltern wechseln. Das Wechselmodell ist so etwas wie der heilige Gral der Väterrechtsbewegung – nicht etwa, weil sie alle so schrecklich gerne Zeit mit ihren Kindern verbringen, sondern weil es bedeutet, dass sie das Leben ihrer Ex-Partnerinnen gehörig durcheinander wirbeln können und außerdem auch keinen Unterhalt mehr bezahlen müssen. Kein Wunder also, dass der Europarat 2015 mit seiner Resolution 2079 nicht nur das Wechselmodell für alle Länder Europas empfahl, sondern dieses auch gleich in eine Resolution “gegen die Diskriminierung von Vätern” packte. „Gleichberechtigte und geteilte elterliche Verantwortung: Die Rolle der Väter“ ist der Titel der Resolution. Ein Schelm, der dabei Böses denkt – um die Kinder ging es dabei wohl ja nicht, sonst würden sie im Titel erwähnt.

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Ein bisschen Prostitutionsschutz geht nicht

Prostitute

By Seedfeeder (Own work by uploader. All original non-derivative.) [Public domain], via Wikimedia Commons

Die aktuelle Regierungskoalition von CDU und SPD verhandelt über das neue Prostitutionsgesetz. Entgegen ihrer Versprechungen rudert die SPD zurück. Prositution besser machen? Ja, aber nur ein wenig. Die großen Themen sollen nicht angefasst werden. Bereits im Herbst soll ein neues Gesetz vorliegen – das aber an den grundlegenden Problemen wenig ändert wird, wenn die SPD weiter an ihren Punkten festhält. Ein bisschen Prositutionsschutz gibt es nicht – wir müssen das ganze System verändern.

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Die SPD findet, der Vergewaltigungsparagraf muss nicht reformiert werden

No More Rape

by chrisjtse via Flickr, [CC BY-ND 2.0] (modified)

Die Reform des § 177 ist Bestandteil des Koalitonsvertrages von SPD und CDU – nach geltendem Recht ist eine Vergewaltigung erst dann eine Vergewaltigung, wenn Gefahr für Leib und Leben vorliegt oder Gewalt angewendet wird. Ein einfaches “Nein” des Opfers reicht nicht aus, auch fehlende Einwilligung an sich ist nach deutschem Recht kein Grund, von einer Vergewaltigung auszugehen. Parallel dazu sinkt wie erst jüngst eine Studie belegt hat, die Verurteilungsrate von Vergewaltigern seit Jahren.

In der sogenannten Istanbuler Konvention hat sich Deutschland verpflichtet, seine Gesetzgebung zu verbessern – “Nein” muss in Zukunft ausreichen.

Doch die SPD sieht das auf einmal nicht mehr so: Prinzipiell würden KritikerInnen der geltenden Gesetzgebung wie Terre des Femmes das Thema aufbauschen und außerdem sei die Anwendung der Istanbuler Konvention Interpretationssache der beteiligten Länder.

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Wenn schon Kritik an ProstitutionsgegnerInnen – dann schon richtig – oder: Lasst euch doch mal was Neues einfallen

Zuganstüren in einem Bordell

By Usien (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Dieser Tage geht es rund um die Frage zur Prostitution hoch her. Die Regierung aus CDU/SPD streitet um eine Neuregelung des Prostitutionsgesetz, doch schon jetzt macht die SPD deutlich, dass mit ihr nicht viele Veränderungen drin sein werden. Sie stellt sich quer beim Mindestalter für den Einstieg in die Prostitution sowie die Bestrafung von Freiern, die zu Zwangsprostituierten gehen. Immerhin, so heißt es aus SPD-Kreisen, habe die Erfahrung gezeigt, dass Freier oft mithelfen, um Zwangsprostituierten zu helfen.

An dieser Stelle sei nur kurz hinzugefügt, dass die Freier sich erst melden, nachdem sie sich an der Frau vergangen haben und dass es ihre Nachfrage ist, die Zwangsprostitution überhaupt notwendig macht. Vielleicht arbeiten wir demnächst auch unter Straffreiheit mit Liebhabern von Kinderpornografie zusammen – denn die kennen sich ja aus und können die Ermittler zu den Quellen führen.

Begleitet wird diese Possenspiel von neuen Beiträgen auf den bereits bekannten Debattenblogs der Rosa-Luxemburg-Stiftung – die sich Ende Juni zumindest dazu durchringen konnte, den Beitrag der prostitutionskritischen Manuela Schon abzudrucken, sowie die Stellungnahme der “Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt” pro Nordisches Model, und dem unsäglichen Blog der Böll-Stiftung.
Dort werden Klischees, tausendfach entkräftete Argumente und Vorurteile wiedergekaut, so langweilig und durchschaubar, dass man gähnen möchte.

Feministinnen? Böse und sexfeindlich, Hurenhasserinnen aus Überzeugung. Prostituierte? Sexuell befreite Frauen, von denen die Gesellschaft noch etwas lernen kann. Freier? Diskriminierte Randgruppe, die dringend mehr Akzeptanz braucht. So reden wir uns die schöne, neue Sexarbeitswelt schön!

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