Schlagwort: Störenfrieda des Monats

Unsere Störenfrieda des Monats: Elly Beinhorn

Pilotin Elly Beinhorn

Walter Mittelholzer [Public domain], via Wikimedia Commons

Elly Beinhorn war die erste Frau, die in einem Flugzeug die Welt umrundete. Sie war berühmt für ihre Langstreckenflüge. Geboren in Hannover im Mai 1907 hörte sie mit Anfang 20 einen Vortrag des Ozeanfliegers Hermann Köhl und wusste sofort, dass sie fliegen lernen möchte. Der Hannoversche Aeroclub lehnte es ab, sie als Frau aufzunehmen, auch ihre Eltern waren dagegen. Ihr Vater wollte sie einem Nervenarzt vorstellen. Elly setzte sich durch und erwarb 1929 den Sportflugführerschein, kurz darauf weitere Flugscheine. Sie kaufte sich ihr eigenes Flugzeug – eine Messerschmitt M 23b. Das Geld dafür verdiente sie mit Reklameflügen und flog im Januar 1931 mit ihrer Klemm KL 26 bis nach Afrika. Ihr Fernweh war geweckt. Bereits im Dezember 1931 brach sie zu ihrem größten Abenteuer auf: Als erste Frau umrundete sie in einem Flugzeug die Welt. Über den Balkan nach Delhi, über Bangkok, Singapur und Java nach Australien von dort per Schiff (ihr Flugzeug wurde zerlegt) bis nach Panama und von Argentinien aus zurück nach Berlin. In Syrien zwang sie ein Sturm zum Notlanden, sie flog zum Himalaya, traf Könige, Präsidenten und andere Weltreisende und war dabei, als Konrad Spies, der Cousin des Künstlers Walter Spies, auf Bali von einem Hai getötet wurde.

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Unsere Störenfrieda des Monats: Roswitha (Hrotsvitha) von Gandersheim

Roswitha von Gandersheim war die erste deutsche Dichterin, die im 10. Jahrhundert lebte.
Sie belebte die Kunst des Dramenschreibens aus der Antike wieder. Ihre Werke, allesamt in Latein verfasst, sprühen vor Witz und Erotik.

Als Kind wurde Roswitha, vermutlich eine sächsische Adelstochter, in den 940er Jahren in das reiche Kanonissenstift Gandersheim gebracht, in dem die Nicht des Kaisers Otto I. wirkte und die Töchter Kaiser Ottos II. Die lese- und schriftkundigen Frauen des Stifts widmeten sich der Herstellung kostbarer Handschriften und beschäftigten sich mit der Kunst der Antike. Roswitha dichtete über die Heiligenlegenden und über die Geschichte der Ottonen, drei Teile umfasst ihr Werk: Das Legendenbuch, das Dramenbuch und einen Band mit historischen Schriften. Todesdatum ist nicht bekannt, vermutlich starb sie in den 970er Jahren.

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