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STOP SEXKAUF – internationaler Kongress zum Abbau von Prostitution

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Die Initiative Stop Sexkauf veranstaltet vom 05. bis zum 07. Dezember in Kooperation mit dem KOFRA München den Kongress “STOP SEXKAUF – internationaler Kongress zum Abbau von Prostitution” in München. In den drei Tagen sprechen unter anderem Lea Ackermann von SOLWODI, Kathleen Barry von Abolish Prostitution Now, Mary Honeyball, die im Europäischen Parlament die Empfehlung für ein Sexkaufverbot initiierte, Kriminalhauptkommissar und Autor Manfred Paulus, Simon Häggström von der Stockholmer Polizei, Prostitutionsüberlebende und Aktivistinnen aus der ganzen Welt. Der Kongress ist eine hochkarätige Vernetzungs- und Informationsveranstaltung für alle, die sich im Kampf gegen Prostitution engagieren.

Programm und Anmeldung gibt es hier.

“Abolition 2014” – für eine Welt ohne Prostitution

“Abolition 2014” ist ein Zusammenschluss verschiedener Frauen und Männer, die sich dafür einsetzen, dass in Deutschland eine Freierbestrafung nach dem sogenannen “Nordischen Model” eingeführt wird. Das “Nordische Model”, das in Schweden, Norwegen und Island Gesetz ist, verbietet den Sexkauf. Bestraft werden nur die Freier, für die Prostituierten selbst gibt es umfassende Hilfeleistungen, die ihnen beim Ausstieg helfen. In Deutschland hingegen ist Prostitution legal – 2002 wurde das unter der rot-grünen Regierung beschlossen. In allererster Linie bedeutet das aber nur, dass die Einnahmen aus der Prostitution endlich legal wurden. In Deutschland arbeiten rund 400.000 Frauen und rund 80.000 Männer als Prostituierte. 90 Prozent von ihnen stammen aus dem Ausland, die meisten aus Osteuropa. Sie haben keine Krankenversicherung und werden von den Bordellbesitzern ausgenommen. Die Hoffnung, dass Prostituierte eine sozialversicherungspflichtige Anstellung finden, haben sich nicht erfüllt. Dafür gibt es inzwischen eine gesellschaftliche Akzeptanz von Flatrate-Puffs und Gang-Bang-Parties. Prostitution bedeutet für viele Prostituierte eine anhaltende Traumatisierung. Die legale Prostitution ist außerdem der Deckmantel für den Menschenhandel, sie schafft die Nachfrage, die auf “freiwilliger” Basis nicht erreicht werden kann. Viele Frauen üben die Prostitution unter Gewalt oder aus existenziellen Nöten aus, sie sind wehrlos und ausbeutbar. Konkrete Ausstiegshilfen gibt es nur sehr wenige. Viele von ihnen sind bei der Ausübung der Prostitution gleich mehrfach von sexueller Gewalt betroffen. Prostitution ist darüber hinaus nicht vereinbar mit der Menschenwürde und einer gleichberechtigten Gesellschaft. “Abolition 2014” informiert über Hintergründe zur Prostitution, gesetzliche Änderungen, bietet Betroffenen eine Plattform und weist auf die Situation in anderen Ländern hin. Außerdem tritt das Bündnis auch politisch in Aktion, in dem es aktiv darauf hinweist, wenn Politiker und Medien die negativen Begleiterscheinungen von Prostitution verharmlosen. Auf dem Blog finden sich zahlreiche Infos, Studien, Zahlen und weitere Links. Wer wissen möchte, was Prostitution bedeutet, wird dort fündig werden. Abolition 2014 arbeitet darüber hinaus eng mit anderen Bündnissen wie “Frauen sind keine Ware” oder “Stop Sexkauf” zusammen und ist international mit Kritikern der legalen Prostitution vernetzt.
Hier geht es zur Facebook-Seite von Abolition 2014.