Unsere Frage der Woche: Gibt es ein passenderes Wort als “Freier”?

In der Debatte um Prostitution geht es in den meisten Fällen nur um die Frauen, selten um die “Freier”, obwohl diese die Nachfrage nach Prostitution schaffen. Hin und wieder ist auch von “Sexkäufern” die Rede. Das Wort “Freier” kommt vom Althochdeutschen “freien” und beschreibt eigentlich einen Mann, der eine Frau umwirbt, die er heiraten möchte. Wir finden das Wort “Freier” unpassend, denn Männer, die zu Prostituierten gehen, “freien” sie nicht, sondern bezahlen für Sex mit ihnen und daher möchten wir uns gerne zusammen mit unseren LeserInnen auf die Suche nach einem Begriff machen, der festmacht, dass Männer, die zu Prostituierten gehen sich explizit nicht dafür interessieren, ob diese Frau Spaß am Sex mit ihnen hat oder unter welchen Bedingungen sie sich prostituiert, dass diese Männer ihrer Verachtung für die Frauen in Freierforen freien Lauf lassen und durch ihre Nachfrage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verantwortungslos handeln. Also, alle Wortkünstlerinnen aufgepasst: Finden wir ein neues Wort für den Freier?

11 Kommentare

  1. Ich ärgere mich auch immer über das unpassende Wort “Freier”, welches eigentlich ein schönes Wort für einen Mann ist, mit seiner Benutzung für Prostitutionskunden aber völlig entwertet wird. Leider fällt mir auch kein besseres Wort ein.
    Im englisch-sprachigen Raum wird ein “Freier” abwertend als “John” bezeichnet, aber der negative Beiklang lässt sich nicht so ohne weiteres in den deutschsprachigen Raum übertragen.
    Sollen auch hier häufige Männernamen als Sprachpaten herhalten? Etwa “Peter” oder “Uwe”? Damit würden aber alle Peters und Uwes diffamiert, selbst wenn diese gar keine Prostituierten kaufen.
    Es bleibt deshalb wohl nur die Bezeichnung “Sexkäufer”, obwohl diese so schön neutral und steril einen warenförmigen Austausch beschreibt, der oft nichts anderes als einseitiger schwerer Missbrauch ist.

  2. Menschenfleischkäufer trifft’s doch ganz gut. Bringt in mainstreamveganen Zeiten vielleicht mehr Aufmerksamkeit für die augenscheinlich immer noch als langweilige-marginale Thematisierung der Lebensbedingungen von Millionen prostituierter Frauen, Mädchen, Jungen und Männern auf der Welt und die grundsätzliche Frage nach dem Sex-und-Gewalt-Verhalten der Menschheit.

  3. “Hurenbock” hat mir immer ganz gut gefallen, von der negativen Implikation her, aber das Wort “Hure” ist natürlich nicht gerade höflich gegenüber den prostituierten Frauen.

    Wie wärs mit “Bordellbock”?

  4. Im Wiener Dialekt werden die sogenannten Freier als “Hurnbeidln” bezeichnet. Die österreichischen Huren sprechen untereinander von “Beidln”, wenn sie über Freier reden. Ein Beidl ist ein Beutel, also ein Schwanz. Die Reduzierung auf das Geschlechtsorgan trifft hier genau den Punkt.

    Die Bezeichnung Hure finde ich okay, da sich die deutschsprachigen Sexarbeiterinnen das Wort schon längst selbstbehauptend angeeignet haben, z.B. bei der Übersetzung des International Sex Workers’ Day als “Internationaler Hurentag”. Einen Freier als “Bock” zu bezeichnen halte ich hingegen für herabwürdigend, und zwar für die männlichen Tiere.

  5. Bezahlender Vergewaltiger ist besonders passend, doch leider etwas lang. Da die Frauen keinen Sex wollen, sondern das Geld benötigen oder eben wirklich unter Zwang handeln. Der Mann nutzt die Notlage aus und agiert ohne Empathie

  6. Prostitutor, Prostituent, Prostituierer , Prostituierender…

  7. Hallo Störenfriedas,
    ihr sprecht mir aus der Seele. “Freier” im heutigen Sprachgebauch haben es verlernt um den Willwn einer Frau zu werben, also zu “freien”.
    Sie sind also Anti-Freier oder Pervers-Freier oder Geld-Freier welche die Macht des Geldes nutzen um sich das Einverständnis zum Missbrauch zu erkaufen… Statt Sexkäufer könnte man auch Missbrauchs-Käufer sagen.

    In Kanada spricht man seit Einführung des Nordischen Modells von Ausbeutern.

    Ich spreche am liebsten von sexuellen Ausbeutern, welche Frauen/Männer prostituieren und den leider ebenfalls existenten Callboy-buchenden Sexuellen Ausbeuterinnen die Männer prostituieren.

  8. Ich liebe “Sexkäufer” als Bezeichnung für die.
    Es zeigt so richtig wie absurd das ist : Sich den Sex von einer Frau (“Sexdienstleisterin” – ja klar …) einkaufen gehen. Und klingt so richtig nach Straftat – was es auch ist! Weil: wie kann man schon “Sex” verkaufen? In welcher Form verkauft man denn bitte “Sex”?” Ja, klar: Man verkauft (vermietet) den Körper einer Frau (eines Menschen) zur sexuellen Benutzung! Nur so!
    Das sagt das Wort (finde ich) ganz eindeutig! Ich liebe es …

  9. Ach ja: In Diskussionen unter Abolitionst*innen ist es natürlich ganz einfach: Vergewaltiger gegen Geld, Mensch der sich das Recht auf Sexualstraftaten einkauft, sowas… Da kann man ganz einfach bei der Wahrheit bleiben.


    “Bordellbock”, “Escordock”, “Straßenbock”, “mobiler Bock” (für “Love-Mobile) finde ich auch lustig bzw. sehr passend.
    Es sind doch die Männer selbst, die immer behaupten, sie hätten einen unkontrollierbaren, animalischen Sex-Trieb, den sie um jeden Preis regelmässig an andern Lebewesen ausleben müssten.

    “Hund” wäre also in dem Zusammenhang auch durchaus treffend.

    Obwohl: Ich denke es ist eine Beleidigung für die Tiere, denn unter Tieren gibt es keine Bordelle und ein Hund lässt sich durchaus denke ich meisst durch gute Erziehung davon abhalten, seine Artgenossen durch unerwünschtes bespringen und penetrieren zu sinnlos und schmerzhaft zu unterwerfen.

    Also jedenfalls kein gut erzogener Hunde-Rüde verschafft sich zwingend einmal pro Woche Sex von irgendeiner läufigen Hündin, die er sich vorher ordentlich mit Machtgehabe unterworfen hat, damit sie’s auch unbedingt mit ihm tut – selbst wenn sie ihn sonst eigentlich über alles hasst… Oder?!?

  10. Solange prostituierte Frauen als Huren bezeichnet werden, so lange gibt es den Hurenbock. Sobald Prostitution abgeschafft ist, genügt BOCK. Bock ist auch genügend für die 90% “Minusmänner” die sich jeder Veränderung entgegenstellen und Blöken, Sabbern und Bocken. Die männliche Variante zu der sog. “Zicke”. Früher hat man sie “Tunichtgut’s”, “Parvenues”, “Aufschneider”, “Maulhelden”, “Nichtsnutze”, “Idioten” und “Trottel” genannt. All diese Ausdrücke sind mittlerweile verschwunden. (vermutlich politisch nicht korrekt) Also bleibt nur noch der “geile, sabbernde Bock” übrig, der meistens eben auch noch bockt und pökelte und sich auf der ganzen Linie passiv, passiv-agressiv, oder nur agressiv verweigert.

  11. Liselotte

    Ich stimme Katrin zu: “Vergewaltiger gegen Geld, Mensch der sich das Recht auf Sexualstraftaten einkauft, sowas… Da kann man ganz einfach bei der Wahrheit bleiben.”

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