Unsere Frage der Woche: Gibt es ein passenderes Wort als “Freier”?

In der Debatte um Prostitution geht es in den meisten Fällen nur um die Frauen, selten um die “Freier”, obwohl diese die Nachfrage nach Prostitution schaffen. Hin und wieder ist auch von “Sexkäufern” die Rede. Das Wort “Freier” kommt vom Althochdeutschen “freien” und beschreibt eigentlich einen Mann, der eine Frau umwirbt, die er heiraten möchte. Wir finden das Wort “Freier” unpassend, denn Männer, die zu Prostituierten gehen, “freien” sie nicht, sondern bezahlen für Sex mit ihnen und daher möchten wir uns gerne zusammen mit unseren LeserInnen auf die Suche nach einem Begriff machen, der festmacht, dass Männer, die zu Prostituierten gehen sich explizit nicht dafür interessieren, ob diese Frau Spaß am Sex mit ihnen hat oder unter welchen Bedingungen sie sich prostituiert, dass diese Männer ihrer Verachtung für die Frauen in Freierforen freien Lauf lassen und durch ihre Nachfrage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr verantwortungslos handeln. Also, alle Wortkünstlerinnen aufgepasst: Finden wir ein neues Wort für den Freier?

4 Kommentare

  1. Ich ärgere mich auch immer über das unpassende Wort “Freier”, welches eigentlich ein schönes Wort für einen Mann ist, mit seiner Benutzung für Prostitutionskunden aber völlig entwertet wird. Leider fällt mir auch kein besseres Wort ein.
    Im englisch-sprachigen Raum wird ein “Freier” abwertend als “John” bezeichnet, aber der negative Beiklang lässt sich nicht so ohne weiteres in den deutschsprachigen Raum übertragen.
    Sollen auch hier häufige Männernamen als Sprachpaten herhalten? Etwa “Peter” oder “Uwe”? Damit würden aber alle Peters und Uwes diffamiert, selbst wenn diese gar keine Prostituierten kaufen.
    Es bleibt deshalb wohl nur die Bezeichnung “Sexkäufer”, obwohl diese so schön neutral und steril einen warenförmigen Austausch beschreibt, der oft nichts anderes als einseitiger schwerer Missbrauch ist.

  2. Menschenfleischkäufer trifft’s doch ganz gut. Bringt in mainstreamveganen Zeiten vielleicht mehr Aufmerksamkeit für die augenscheinlich immer noch als langweilige-marginale Thematisierung der Lebensbedingungen von Millionen prostituierter Frauen, Mädchen, Jungen und Männern auf der Welt und die grundsätzliche Frage nach dem Sex-und-Gewalt-Verhalten der Menschheit.

  3. “Hurenbock” hat mir immer ganz gut gefallen, von der negativen Implikation her, aber das Wort “Hure” ist natürlich nicht gerade höflich gegenüber den prostituierten Frauen.

    Wie wärs mit “Bordellbock”?

  4. Im Wiener Dialekt werden die sogenannten Freier als “Hurnbeidln” bezeichnet. Die österreichischen Huren sprechen untereinander von “Beidln”, wenn sie über Freier reden. Ein Beidl ist ein Beutel, also ein Schwanz. Die Reduzierung auf das Geschlechtsorgan trifft hier genau den Punkt.

    Die Bezeichnung Hure finde ich okay, da sich die deutschsprachigen Sexarbeiterinnen das Wort schon längst selbstbehauptend angeeignet haben, z.B. bei der Übersetzung des International Sex Workers’ Day als “Internationaler Hurentag”. Einen Freier als “Bock” zu bezeichnen halte ich hingegen für herabwürdigend, und zwar für die männlichen Tiere.

  5. Bezahlender Vergewaltiger ist besonders passend, doch leider etwas lang. Da die Frauen keinen Sex wollen, sondern das Geld benötigen oder eben wirklich unter Zwang handeln. Der Mann nutzt die Notlage aus und agiert ohne Empathie

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