Unsere Frage der Woche: Ist ein Gesetz zur Freierbestrafung sinnvoll?

Hier bei den Störenfriedas haben wir immer wieder die negativen Aspekte legaler Prostitution diskutiert. Wir betrachten Prostitution als eine Institution des Patriarchats, in der Frauen (und Männer) ausgebeutet werden – mit zum Teil drastischen Folgen für ihre psychische und physische Gesundheit. In der Prostitution finden sich vor allem arme, migrantische oder anders diskriminierte Menschen. Wo es legale Prostitution gibt, blüht der Menschenhandel. Flatrate-Bordelle und Gang-Bang-Parties führen das Bild der selbstbestimmten Prostituierten ad absurdum. Mit dem Prinzip der Menschenwürde ist sie in unseren Augen nicht vereinbar, weshalb wir für ein Gesetz der Freierbestrafung kämpfen, das Männern den Sexkauf verbietet und gleichzeitig den Frauen echte Hilfe und Ausstiegsmöglichkeiten bietet.
Andere Sichtweisen sehen in der Prostitution einen Ausdruck der körperlichen Selbstbestimmung und betonen, dass jeder Frau selbst überlassen werden muss, ob sie sich prostitutiert oder nicht. Prostitution wird hier eine Konsequenz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, in der alles, auch Sex, zur Ware werden kann. Auch Prostituierte selbst erklären, dass sie nicht als Opfer gesehen werden wollen, sondern als selbstbestimmt Handelnde, die selbst über ihren Körper bestimmen – sie verkaufen nicht sich, sondern eine Dienstleistung.
Wie sehen unsere LeserInnen die Diskussion um legale Prostituion? Ist ein Gesetz nach schwedischem Vorbild sinnvoll, in dem Freier bestraft werden?

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