Wie Pornos meine Familie zerstören

Lichtreklame: Broken Heart

By Christine Zenino from Chicago, US (broken heart...Uploaded by russavia) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Wir wollen den feministischen Diskurs beleben und unterschiedliche Ansätze zur Diskussion stellen. Deshalb erscheinen bei uns regelmäßig Gastbeiträge, die nicht zwangsläufig die Haltung der oder aller Störenfriedas wiedergeben, aber wichtige Impulse für die feministische Debatte geben können.

Ich weiß nicht mehr genau, wann sich mein Blick verändert hat. Seit wann ich mich in der geschützten, liebevollen Welt von Eltern, Kindergarten und Sportverein wie eine Außenseiterin fühle, wann Pornos angefangen haben, mein Leben und das meiner Familie dauerhaft zu verändern, wann mir klar wurde, dass Pornos im Begriff sind, mich und meine Familie zu zerstören. Ich weiß, womit es angefangen hat. Mitte August sah ich ausgerechnet auf RTL II die Doku “Liebe und Sex im Pornozeitalter”. Obwohl meine Kinder noch nicht in dem Alter sind, sich für Pornos zu interessieren, ließ mich der Gedanke nicht mehr los, dass mein Sohn, der immerhin auch schon acht ist, bald in Kontakt mit Hardcore-Pornografie kommen könnte. Zu Weihnachten hat er von uns einen Tablet-PC geschenkt bekommen. Er benutzt ihn vor allem, um zu lesen oder Spiele zu spielen, aber prinzipiell kann er damit auch ins Internet, denn die “Kinderschutzsoftware” ist so schlecht, dass er innerhalb von wenigen Tagen wusste, wie er sie umgehen konnte. Ich beschloss, mit ihm zu sprechen. Ihm zu erklären, dass er ohne mich weder ins Internet gehen noch auf die Youtube-App klicken darf. Dass das gefährlich sei, erklärte ich – ohne im sagen zu können, was die Gefahr daran eigentlich ist.  Ich machte den Selbstversuch und gab “Porno” in die beliebteste Suchmaschine ein. Auf der ersten Seiten fand ich von nackten Frauen bis zu Bildern mit doppelten Penetrationen, spermaverschmierten Frauengesichtern und gewalttätigen Sexdarstellungen alles. Von “Analhuren” las ich da und von kleinen Mädchen, die Sex mit ihrem Vater hatten – alles gespielt, natürlich! Ich war geschockt. Mir wurde klar, dass ich keine Ahnung davon hatte, was Pornografie ist. Pornos waren für mich die soften Filmchen, die man früher sogar im Nachtprogramm sehen konnte oder ein paar schlecht gemachte Männermagazine. Lächerlich im besten Fall. Aber nicht diese gewaltvolle, frauenverachtende Flut an extremen Bildern. Das also sollte für meinen Sohn der erste Kontakt mit dem Thema Sex sein?  Wie nur sollte ich es schaffen, ihn vor diesen Bildern zu beschützen, ihm den Raum zu sichern, den er brauchen würde, um seine eigene Sexualität zu entdecken, unbeeinflusst von den überall lauernden Werbemaschen der Pornoindustrie, die ihn in einen frauenhassenden, einsamen Mann verwandeln wollten, der am liebsten allein vor seinem PC masturbierte?

Aufklärungsbücher gegen eine Multi-Milliarden Dollar-Industrie?

Aufklärung, so habe ich mir sagen lassen, hilft am besten.  In dieser Aussage steckt bereits die Kapitulation vor der Pornoindustrie, die bittere Erkenntnis, dass wir unsere Kinder vielleicht vor Lebensmittelzusätzen beschützen können, die sie hyperaktiv machen, aber nicht vor der Pornoindustrie. Die Pornoindustrie und ihr zerstörerischer Einfluss sind bereits mitten in unseren Familien, in unserem zu Hause angekommen. Wir können unseren Kindern nur noch beibringen, wie sie damit umgehen, wie eine Naturgewalt. Aber die Pornoindustrie ist keine Naturgewalt. Sie ist, wie der Name schon andeutet, ein Business, bei dem es um’s Geld verdienen geht. Wir sind nur Konsumenten, ob potenzielle oder tatsächliche. Unser Glück, unsere Gesundheit, unsere Kindheit sind dieser Branche komplett egal, so wie auch der Fast Food Branche nicht nur die Kunden, sondern auch die Angestellten gleichgültig sind. Es geht nur um Profit. Ich kaufe meinem Sohn keine Spielzeugwaffen, um Gewalt und Krieg nicht zu verharmlosen, ich erkläre ihm, seit er ganz klein ist, dass Gewalt keine Lösung ist und erziehe meine Kinder gewaltfrei. Vor Gewalt kann ich sie beschützen. Vor Pornografie nicht? Weil Pornografie ein selbstverständlicher, unumgänglicher Teil unserer Gesellschaft ist? Ich spürte, dass ich nicht bereit war, das hinzunehmen – auch wenn ich damit zunächst allein auf weiter Flur stand.

Ich kaufte meinem Sohn ein Aufklärungsbuch. Sprach mit ihm darüber. Er fand es lustig. Ich war erleichtert. Es schien so, als habe er noch nie Kontakt mit Pornografie gehabt – denn wusste ich, was er tat, wenn er bei seinen Freunden zu Besuch war? Und wie lange würde das noch so bleiben? In dem Buch ging es um Sex, um Partnerschaft, um’s Kinder kriegen. Der Sex, der dort erklärt wurde, hatte nichts mit dem Sex im Porno zu tun. Wie sollte ihn dieses liebevoll gezeichnete Buch vor der Flut der Bilder beschützen, die da draußen auf ihn wartete? In mir regte sich Wut. Das ist mein Kind, das ich behütet und beschützt habe und gegen alles Unbill verteidige, und nun kommt da eine Industrie, die nichts im Sinn hat, als ihn in einen masturbierenden Zombie zu verwandeln und ich bin machtlos? Ich informierte mich im Internet über Software-Programme, die den Zugriff auf Pornoseiten blockieren, doch nach meinen Erfahrungen mit der Kindersicherung im Tablet hatte ich so meine Zweifel. Und waren die Lücken in dieser Software wirklich Zufall? Immerhin, das hatte ich inzwischen gelernt, ist das Internet entscheidend von der Pornobranche mitgeprägt worden. Im Zuge meiner Recherchen erfuhr ich, das Island, das ich schon immer für seine fortschrittliche Sozial- und Frauenpolitik bewundert hatte, zur Zeit darüber nachdenkt, Pornos für jeden Internetanschluss per se zu sperren. Wer das nicht will, muss das bei seinem Provider melden und wird freigeschaltet. Aktiv. Letztes Jahr wurde das sogar für die ganze EU diskutiert – die Aufregung in deutschen Zeitungen war erwartungsgemäß groß. Denn von einem kritischen Umgang mit Pornografie sind wir in Deutschland weit entfernt, nicht weiter verwunderlich,denn Deutschland ist Platz 2 der größten pornoproduziernden Nationen weltweit. Und wie jede Branche will die Pornobranche nur eins: Wachsen. Wachstum bedeutet, neue Konsumenten zu finden. Männer, so habe ich festgestellt, konsumieren nahezu alle Pornos, das gilt als selbstverständlich und von den Partnerinnen zu akzeptieren – jeder habe Recht auf seine Sexualität erklärte mir ein Bekannter vor kurzem beim Abendessen. Auch Frauen sollen Pornos schauen – in den USA ist das bereits Teil von anerkannten Sextherapien. Ehen, in denen es nicht mehr so gut läuft, sollen besser werden, wenn die Frauen bereit sind, das im Porno gesehene nachzumachen – sogar wenn sie im ersten Moment davon abgestoßen sind. Dem Partner zu Liebe. Also schauen auch Frauen Pornos. Mit gemischten Gefühlen, wie ich festgestellt habe. Auf der einen Seite ist Pornokonsum inzwischen so selbstverständlich, dass niemand ihn mehr in Frage stellt, auf der anderen Seite spüren Frauen sehr wohl Ekel, Entsetzen und Widerwillen beim Anschauen, trauen sich aber nicht, das zu sagen. Studien zeigen, dass sie sich sogar betrogen fühlen und weniger attraktiv, weil sie sich mit den Pornodarstellerinnen vergleichen. Es schmerzt, zu sehen, wie der Partner sich an einer Frau erregt, die nicht man selbst ist.

Pornos sind alles andere als “harmlos”

Mich ließ das Thema Pornografie nicht mehr los. Konnte es sein, dass wir alle einer kollektiven Fehlwahrnehmung unterlagen? Dass sich da in den letzten Jahren eine Gefahr für unsere Beziehungen, unsere Kinder, ja für uns Frauen zusammengebraut hatte, die niemand bemerkte und die sogar von Zeitungen als eine Art Befreiung verkauft wurde? Oder war mein moralischer Kompass einfach von vorgestern, war ich bereits zu lange Mama und verheiratete Frau? Ich bestellte mir Bücher, las Blogs im Internet und stellte zu meinem Erstaunen fest, dass es in den USA und in Groß-Britannien bereits eine große Front von Porno-Kritikern gab, die den schädlichen Einfluss der Pornoindustrie auf unsere Gesellschaft kritisierten. Irritiert erinnerte ich mich an einen Spiegel-Artikel aus dem Frühjahr dieses Jahres, in dem behauptet wurde, Pornos seien nicht schädlich und auch Jugendliche könnten bereits zwischen der Fantasie im Porno und der Wirklichkeit unterscheiden. Die Forscher aus den USA sagten etwas anderes. Und sie hatten Studien, die genau das belegten. Pornografie hat gerade auf Kinder und Jugendliche einen zerstörerischen Einfluss. Sehr junge Kinder erzählen,  wie in der Doku, dass sie regelrecht traumatisiert von den Bildern sind, die sie sehen. Sex mit Tieren, gewalttätiger Sex. Sex, von dem ich keine Ahnung hatte, dass er stattfand und ich auch nicht verstand, wie man auf solche Ideen kommen kann. Sex mit Erbrochenem, Urin, Fäkalien. Pornografie sorgt dafür, dass Jugendliche gewalttätiger werden und dass sie dazu neigen, sexuelle Übergriffe zu begehen. Warum das so ist, lag auf der Hand: in den Pornos wurden Frauen so sehr erniedrigt und entwürdigt, dass der Zuschauer sie nicht mehr als Menschen wahrnahm, sondern nur noch als Objekte. Als Gegenstände. Pornografie kann süchtig machen, im Sinne von, dass durch das Anschauen von Pornos das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert wird. Je öfter man das macht, umso mehr gewöhnt sich das Gehirn daran – und umso härtere Darstellungen sind notwendig, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das liegt daran, dass die Dinge, die Sex im normalen Leben so interessant machen – Haut, Berührung, Sympathie – wegfallen. Die Stimulation muss also durch extreme visuelle Reize erzielt werden. Sex und Gewalt verbinden sich zu dem extremsten sexuellen Reiz, den es gibt. Ich kann mir vorstellen, dass es viele gibt, die mir jetzt entgegnen: “Aber nicht alle Kinder schauen Pornos” – eine Studie aus den USA zeigte, dass “porn” unter den vier häufigsten Suchbegriffen bei 7jährigen steht. Diese Kinder sehen dann genau die Bilder, die ich bei meiner Recherche gefunden habe – und nur die wenigsten werden sich trauen, darüber mit ihren Eltern zu sprechen. Auch das ist kein Zufall. Auf diese Weise wird eine Grenze, ein Tabu zwischen Kindern und Eltern geschaffen, Kinder wissen, dass das, was sie da sehen, nicht gut ist, und fürchten den Zorn der Eltern. Gleichzeitig sind sie aber auch fasziniert. Ab diesem Moment hat die Pornoindustrie sie in ihren Fängen. Das durchschnittliche Einstiegsalter liegt inzwischen bei 8 bis 11 Jahren. 97 Prozent aller jugendliche Sexualstraftäter bekennen sich laut einer Untersuchung zu regelmäßigem Pornokonsum. Und da soll kein Zusammenhang bestehen? Warum aber informiert uns niemand? Was sagen Lehrer? Was können wir dagegen tun? In mir begann es zu rumoren.

Ich begann, mich mit anderen Eltern über das Thema zu unterhalten. Fast alle hielten mich für verrückt. Pornos haben doch in unserer kleinen heilen Welt hier in der Vorstadt nichts verloren. Doch nicht bei unseren Kindern. Unsere Kinder spielen Fußball. Einige sahen mich ab sofort seltsam an. Ob etwas in unserer Ehe nicht stimmen würde, fragte mich eine Trainerin. Einige der Eltern haben bereits ältere Kinder. Ich fragte sie, ob sie wüssten, was sich ihre Kinder darauf ansahen. Entrüstet erhielt ich zur Antwort, das sei die Privatsphäre der Kinder und das IHRE Kinder das gewiss nicht täten. Im Netz las ich, dass Sexting, das Versenden von Nacktfotos via Smartphone, heute zur normalen sexuellen Entwicklung dazu gehöre. Was dabei verschwiegen wird, ist dass viele dieser Bilder im Netz landen. Bei Pädophilen, die sich in sozialen Netzwerken als Jugendliche ausgeben, oder als böser Streich von mobbenden Mitschülern. In den USA gab es bereits Selbstmorde deswegen. Bei uns wird das Thema – wen wundert das? – konsequent verharmlost.

Warum unsere Kinder schon lange nicht mehr tabu sind

Ich spürte, dass das ganze Thema voll von Widersprüchen war. Und zwar keine abstrakten, fernen Widersprüche wie globaler Kapitalismus oder Kriege, sondern ein Widerspruch, der mich direkt betraf, mich, meine Familie. Hier stimmte etwas nicht, dessen war ich mir immer sicherer, je länger ich mich mit dem Thema befasste. Ich las, dass Sex mit Tieren derzeit die zweitbeliebteste Pornovariante ist. Direkt nach Teensex. Teensex bedeutet Pornos mit Darstellern, die absichtlich wie Kinder hergemacht werden, in Schuluniformen, mit Teddybären, in Kinderzimmern. Sex mit dem Babysitter ist die harmlose Form von alten Männern, die sich an vermeintlich Minderjährige heranmachen. Härter wird es schon, wenn es um “Inzest” geht. In diesen Pornos wird so getan, als seien Töchter ganz wild darauf, Sex mit ihren Vätern zu haben. Ich war mehrere Tage schockiert, als ich Bilder von Kindern sah, die wie Figuren in Computerspielen animiert waren und in Pornos mitspielten. Gewalttätige Pornos. Ich lernte, dass die Lobby in den USA, die sich bezeichnenderweise “Free Speech Coalition” nennt, dafür gesorgt hat, dass Kinderpornografie nur dann strafbar ist, wenn echte Kinder in den Pornos zu sehen sind, keine Computeranimationen, Puppen oder Darstellerinnen, die nur auf minderjährig getrimmt sind.  81.700.000 Webseiten mit Teensex gibt es. 1.560.000 Seiten fallen unter die Kategorie “Pre-Teen-Sex” – also Pornos mit Kindern, die noch nicht in der Pubertät sind. Wie viele von diesen Pornos zeigen echte Kinder? Ich gestehe, ich war zu feige, es mir anzusehen, weil ich Angst hatte, die Bilder nie mehr los zu werden.
Wie viele Männer erregen sich also daran, Pornos mit vermeintlich oder echten Minderjährigen zu sehen – der wer kontrolliert das so genau? Ich las, dass Pädophile diese Art von Pornos dazu benutzen, ihren Opfern das Gefühl zu vermitteln, was sie täten sei normal. Sie benutzen Pornos als Anleitung für ihren Missbrauch. Ich las auch, dass die wenigsten dieser Männer wirklich pädophil seien. Viele waren einfach auf der Suche nach dem ultimativen Kick. Es beginnt mit Teensex – was legal ist – über verbotene Kinderpornografie bis zum Übergriff auf ein Kind. Gail Dines, die bekannteste Pornokritikerin der USA, hat festgestellt, dass zwischen dem ersten Konsum von Kinderpornografie und einem Übergriff in der Regel sechs Monate vergehen. Auch hier weiß ich, dass viele jetzt empört aufschreien und sich dagegen verwahren, dass sie, nur weil sie Pornos schauen, auch die Vergewaltigung von Kindern ok fänden. Aber nach allem, was ich inzwischen über Pornografie gelernt habe, erscheint mir das nicht mehr so eindeutig. Ist die Grenze zwischen “erlaubt” und “verboten” wirklich so scharf gezogen? Immerhin tut die Pornoindustrie alles, um diese Grenze aufzuweichen. Und ist es nicht so, dass man sich an das, was man sieht, gewöhnt, abstumpft, so wie wir gegen die Kriegsgräuel in den Abendnachrichten? Nur erregen wir uns nicht daran. Was aber, wenn alle Extreme bereits ausgereizt sind, wenn nichts mehr anturnt? Und dann “zufällig” ein Porno mit erkennbar Minderjährigen bei der Suche im Netz auftaucht? Ist das nicht das letzte Tabu unserer Gesellschaft, an dem die Pädophilen-Szene so gerne rütteln möchte? Man erinnere sich an den Skandal der Grünen, an die Diskussionen im Zuge der sexuellen Befreiung, auch Sex mit Minderjährigen zu erlauben. Und gehören Erregung und der Reiz des Verbotenen nicht zusammen? Ich erinnere mich daran, dass ich einmal, als junge Frau, eine Affäre mit einem verheirateten Mann hatte. Er selbst war gar nicht so reizvoll, aber der Umstand, dass unser Verhältnis in jedem Fall geheim bleiben musste, wirkte auf mich wie ein ungekanntes Aphrodisiakum. Und dass Verhältnisse mit verheirateten Männern zwar “tabu”, aber irgendwie auch “normal” waren, erklärte mir damals schon jede Vorabendserie. Warum aber hat die Pornoindustrie überhaupt ein Interesse daran, Sex mit Kindern zu filmen, selbst wenn sie nur computeranimiert sind? Warum muss diese Grenze, diese kollektive Übereinkunft, dass unsere Kinder tabu sind, unbedingt überschritten werden und in ein Produkt verwandelt werden? Und was macht das mit uns? Wie kann das Agieren dieser Branche von unseren Medien und unseren Gesetzen als Freiheit verteidigt werden? Warum bin ich prüde oder von vorgestern, wenn ich das in Frage stelle? Welche Hirnwäsche hat die Pornobranche unserer gesamten Gesellschaft verpasst? Wenn doch Pornos, wie immer behauptet wird, nur dazu da sind, das reale Sexleben ein wenig aufzupeppen, warum habe ich dann bei meinen Recherchen immer wieder nur die gleichen, schrecklichen Bilder gesehen? “Gang-Rapes”? “Dirty Teen Sex”? “Interracial”?” – und das sind die harmlosesten Titel und Kategorien. Warum kam in diesen Bildern so wenig Zärtlichkeit vor, dafür so viel Hass? Warum muss man den Kopf einer Darstellerin in eine Kloschüssel drücken, warum müssen Frauen zum Würgen und Weinen gebracht werden und warum werden sie in einer Endlos-Schleife beschimpft? Und die Männer, all die Männer da draußen, die Väter, Ehemänner, Kollegen, Freunde, die sich diese Bilder ansehen, wie betrachten sie mich und andere Frauen, nachdem sie den Computer ausgeschaltet haben? Legen sie einfach einen Schalter um und sind wieder voller Respekt und Empathie für ihre Partnerin, nachdem sie gerade einen Orgasmus dabei hatten, wie eine Frau von drei Männern brutal penetriert und beschimpft wird? Warum muss Pornografie so gewalttätig und frauenverachtend sein, wenn es dabei doch um Spaß am Sex geht?

Ich muss zugeben, dass ich eine Weile brauchte, bis ich mir das Ergebnis meiner Überlegungen eingestand.
Pornografie geht es nicht um Spaß am Sex. Pornografie geht es um Geld. Pornografie will den echten Sex, jenes wunderbare Geschenk aus Zufall, aus Zweisamkeit, zerstören, so wie die Fast Food Branche und die Tiefkühlkost das Familienessen zerstören wollen, man will uns etwas wegnehmen, das uns stark macht gegen die Widrigkeiten der Welt da draußen, unabhängig, autark, einen wichtigen Teil unserer Intimität, unseres Zusammenlebens, ihn entreißen, und mit einem kalten, menschenfeindlichen Produkt ersetzen, das keinerlei moralische Grenzen mehr kennt und uns abhängig macht. Und wenn ich mich so umschaue, dann ist das Pornobranche bereits in großen Teilen gelungen. Ein Blick in die Zeitung, die Werbung, in Musikvideos und überall finden sich die Spuren, die Marker für Pornografie: halbnackte Sängerinnen, die “twerken”, nackte Models in demütiger Pose, Songtexte voller Frauenhass. Nicht länger bestimmen wir über unsere Sexualität. Die Pornobranche tut es. Wir protestieren gegen Fast Food, gegen Massentierhaltung, gegen Atomkraftwerke. Nur gegen die Pornografie nicht. Weil wir immer noch glauben, Pornografie sei ein Teil unserer bürgerlichen Freiheit. Ich habe erkannt, dass es einer der grausamsten und zerstörerischsten Aspekte unserers Daseins als entmündigten Konsumenten ist. Und diese Erkenntnis hat mich grundlegend verändert, obwohl ich noch nie Pornos gesehen habe.

Wie viele von euch?

Wenn jeder Mann Pornos schaut, dann schaut vermutlich jeder zweite auch Teensex-Porn.  Genau daran musste ich denken, als meine Tochter, ein Jahr jünger als mein Sohn, eine Aufführung mit ihrer Tanzgruppe hatte. Ihre Augen leuchteten vor Stolz da oben auf der Bühne. Ich saß im Publikum und klatschte begeistert mit, doch auf einmal schoben sich mir die Bilder in den Sinn, die Texte, die Zahlen, die ich in den letzten Monaten gelesen hatte. Wie viele sitzen jetzt hier im Publikum, die gerne Teen-Pornos ansehen und starren meine Tochter in ihrem hautengen Tanzkostüm an, bei wie vielen dieser Männer wandern die Gedanken jetzt ganz unbewusst in eine Richtung, die ich nicht aussprechen kann, ganz einfach, weil die Pornoindustrie sie dahin gehend  geprägt hat? Mir wurde schlecht und ich musste den Saal kurzzeitig verlassen. Auf dem Weg dorthin hätte ich gerne ein paar der Väter mit ihren Videokameras angeschrien.
Ich versuchte mit meinem Mann darüber zu sprechen. Pornokonsum war nie Thema zwischen uns gewesen, ich konnte mir schon vorstellen, dass er auch welche ansah, wenn er alleine im Büro unter dem Dach war. Warum auch nicht, habe ich früher gedacht und den Gedanken beiseite geschoben. Ist doch ganz normal und auch, dass mich das nichts anginge. Das war doch seine Sache, oder? Ich habe mich aber nie gefragt, warum ich mir dann keine Bilder von nackten Männern ansehe oder gar nicht das Bedürfnis danach habe. Mein Mann reagierte mit so viel Abwehr, als ich ihn schließlich danach fragte, dass mir sofort klar wurde, dass ich einen wunden Punkt getroffen hatte. In meinem Inneren regte sich eine leise Stimme, die mich davor warnte, das Thema weiterzuverfolgen, weil zu viel auf dem Spiel stand. Eine 12jährige Ehe zum Beispiel. Wie sollte ich mit dem Wissen weiterleben, was ihn anmachte? Vielleicht stand er auf die Gewalt in den Pornos. Die Beschimpfungen. Wie sollte das mit uns weiter klappen? Als ich ihm von meinem Gefühl bei der Aufführung erzählte, nannte er mich schließlich hysterisch. Männer, die Pornos schauen, seien keine potenziellen Verbrecher oder Kinderschänder. Ich hätte keine Ahnung wovon ich rede. Das tat weh. Ich fühlte mich auf einmal sehr einsam. Stimmte denn wirklich etwas nicht mit mir? Und wenn das alles so schrecklich war, warum gab es dann nicht mehr Widerstand? Ich beschloss, das Thema auf sich beruhen zu lassen, denn es tat mir und meiner Familie nicht gut.

We fight back

Aber ich merkte bald, dass das nicht ging. Es war als hätte ich eine Brille abgestreift, die ich jahrelang, halb bewusst, halb unbewusst getragen hatte, und die mich vor all diesen Erkenntnissen geschützt hat. Ich sprach mit Freundinnen darüber. Ich distanzierte mich von meinem Mann. Ich ertappte mich bei der Überlegung, seine Chronik zu durchsuchen, um zu wissen, was er sich ansah. Ich protestierte, wenn von meinen Kindern in der Öffentlichkeit Fotos gemacht wurden.
Irgendwann habe ich erkannt, dass es so nicht geht. Man kann vor der Pornoindustrie nicht zurückweichen, sich nicht vor ihr verstecken, es gibt keinen Raum, der uns vor ihr beschützen kann oder den wir vor ihr schützen können. Der einzige Weg ist, sich ihr zu stellen.
Also sprach ich mit meinem Mann. Erklärte ihm, wie ich mich fühlte. Wir sahen uns sogar einen Porno gemeinsam an. Als wir die Suchergebnisse durchgingen, erklärte ich ihm, wie befremdlich und verstörend es für mich war, was diesen Frauen angetan wurde. Während dieses Gesprächs erkannte ich, dass er erst durch mich und meine Reaktion begann, die Darstellerinnen wieder als vollwertige Menschen zu sehen. Auch er war in die Pornofalle getappt. Auch für ihn waren diese Frauen nur noch Objekte gewesen, deren Empfindungen nichts zählte – und das, obwohl er, wie er mir sagte, nur selten Pornos anschaute. Aber er war eben damit groß geworden, dass Männer das tun. Dass es in Ordnung ist. Er hatte sich als Teenager Pornos mit seinen Freunden angeschaut, das war wie ein Ritual zum Erwachsenwerden. Die Frauen waren ferne Fantasien. Dass das, was mit ihnen gemacht wurde, echten Menschen geschah, dass er selbst so etwas nie mit einer Frau machen würde, sich aber trotzdem daran erregte, war ihm nie dabei in den Sinn gekommen. Als wir den Porno zusammen ansahen, musste ich lachen. Er lachte mit mir. Wir erkannten, dass unsere Beziehung so viel tiefer ist als das, was der Porno zu bieten hat. Dass unsere Beziehung die Kraft hat, uns immun zu machen gegen ihre Tricks. Aber dennoch war es der Pornoindustrie gelungen, uns zumindest kurzzeitig zu separieren, Misstrauen zwischen uns zu sähen, irgendwann in diesen Phasen, in denen uns der Alltag aufgefressen hatte. Nur weil wir endlich darüber gesprochen hatten, haben wir es überwunden. Ich bin sehr froh darüber, denn es hat unsere Beziehung reicher und tiefer gemacht.
Wir sprechen seither viel über die Sorge um unsere Kinder. Wir sind auf der Suche nach anderen Eltern – leider begegnet uns bei den meisten Abwehr, ja sogar Spott – weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Wir gelten als Übereltern. Aber warum? Wir kaufen kein Billigfleisch und lieber Bio-Obst, wir benutzten früher Stoffwindeln, trennen unseren Müll und schauen wenig Fernsehen. All das sind aktive Versuche, unsere Familien, das Liebste, was wir haben, gegen den globalen Kapitalismus zu verteidigen, zu beschützen. Warum also soll uns das bei Pornografie nicht gelingen? Und warum kann sich die Pornoindustrie auf Solidarität in allen Bevölkerungsschichten verlassen, die ihre Wachstumsinteressen verteidigt, als seien es die eigenen, während ich als humorlos und überängstlich gelte, als eine Frau, die offenbar nicht verstanden hat, wie der Hase heute läuft, eine Frau, deren Mann man bemitleiden muss? Ich weiß, dass viele von meiner Meinung provoziert sind. Ich weiß, dass viele jetzt mit “Informationsfreiheit” argumentieren. Diese Freiheit ist eine Illusion, das ist mir in den vergangenen Wochen klar geworden. In Pornos geht es nicht um Freiheit. Es geht noch nicht einmal um Sex. Sex ist nur das Mittel, um an uns zu kommen, unsere Schutzmechanismus auszutricksen.
Intimität, Sexualität lassen sich nicht rationalisieren, sie sprechen auf Bilder an, ja auf Widersprüchlichkeiten an. Es ist eine unserer Schwachstellen, ähnlich wie Hunger, hier geht es um Instinkte, um Archaisches, um Ebenen, die wir nicht mit dem Verstand kontrollieren können. Genau deshalb müssen wir darauf achten, welche Bilder auf uns einprasseln -und auf die, die uns nahestehen. Es geht in der Pornografie nicht mehr um Tabus – die sind alle bereits gefallen. Es geht um ein gewalttätiges, widerwärtiges Geschäft mit einer entstellten und verzerrten Form von Sexualität, einem schlecht gemachten Imitat, das uns krank macht und unbefriedigt zurück lässt, das sogar unseren sozialen Frieden gefährdet. Ich habe die Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist, um sich nicht nur im kleinen, persönlichen Rahmen dagegen zu wehren, sondern dass es auch in Deutschland bald eine breite Protestbewegung geben wird, dass es uns gelingt, Lehrer und andere Eltern für dieses Thema zu sensibilisieren und dass die Kritik so laut wird wie in anderen Ländern, damit Mütter wie ich sich nicht mehr so allein fühlen müssen. Ich wünsche mir das für unsere Beziehungen, unsere Kinder, unsere Familien.

Ein Beitrag von Marion A.

7 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag. Er ist wirklich gut geschrieben und sehr informativ.
    Bei Pornografie geht es nicht um Sex und Gefühle, sondern um Gewalt. Umso wehrloser das benutzte, misshandelte Objekt, das nackte, entblößte “Fleisch” ist, umso stärker sind die Machtgefühle.

    Umso gewalttätiger die Pornos sind, umso mehr wird dafür gezahlt. Wenn die Frau oder das Kind oder das Tier echt ist, dass da gefoltert, auch zu Tode gefoltert wird, umso mehr Belohnung, nämlich Geld, gibt es für die Produzenten.

    Wie gesagt, nicht nur Frauen und Kinder, sondern auch Tiere eigenen sich für die Rolle der Machtlosen, Gefolterten besonders.

    Hier werden weitere Parallelen deutlich.
    Solange wir Männer, schon als Kinder zu Mitgefühllosigkeit gegenüber Wehrlosen erziehen, solange wird es selbstverständlich nicht “nur” Tiere treffen die besonders ungeschützt und wehrlos sind, sondern auch uns selbst, vor allen Dingen Frauen und Kinder.

    Das ist bei dem Thema Gewalt als Pornografie so, aber auch bei allen anderen Gewaltthemen, wie Vergewaltigung von Frauen, Kindern, Tieren …

    Diese Mitgefühllosigkeit wird in dem Moment antrainiert in dem wir den nachfolgenden Generationen, insbesondere den männlichen Kindern beibringen Wehrlose aus Spaß zu töten, tot zu quälen und das ganz legal.

    Wir nennen es angeln, schlachten, jagen … Schwänze kupieren, betäubunglos kastrieren, Küken schreddern, vergasen … Fleisch essen … ein unglaubliches, grauenhaftes Leid für Millionen Tiere … Gerade für Männer ist auch hier das “Fleisch” besonders wichtig … warum wohl?

    Warum bringen wir Kindern diese grauenhaften Gewalttätigkeiten gegen Wehrlose, diese Mitgefühllosigkeiten bei?

    Weil wir selbst so bewusstlos, mitgefühllos sind und einfach die Zusammenhänge nicht sehen wollen? Weil’s sonst unbequem wird?

    Sind es nicht immer die gleichen kranken Ausreden, wenn es um das Thema Gewalt, unsere Gewalt, die Gewalt von uns Menschen gegen Wehrlose geht?

    Wenn wir weniger Gewalt wollen, müssen wir weniger gewalttätig sein!

  2. Danke für diesen Artikel! Als junge Eltern gewinnt das Thema auch bei uns mehr und mehr an Bedeutung, bzw rückt ins Bewusstsein. Man ist wie erschlagen – aber ich hoffe auch, dass wir es irgendwie schaffen, die Kinder davor zu bewahren.

  3. Danke für den Bericht. Ich habe bis zu meinem 29. Lebensjahr ohne irgendwelche Gedanken an Pornographie gelebt. Wusste wohl, dass es das gab, hab mir ab und zu was angeschaut, aber es war nicht interessant für mich. Erst durch einen Freund, der extrem war in dieser Hinsicht und täglich mehrere Pornos anschaute und dazu onanierte, wurde ich aufmerksam darauf, was da eigentlich passierte und es führte dazu, dass ich fürchterlich eifersüchtig wurde. Ich fragte mich, was ihm so ein Film denn geben konnte, was ich ihm nicht geben konnte. Das Gefühl war furchtbar. Mir war klar,
    dass ich keine Chance hatte. Ich war zwar real, aber mit mir hätte er sich bemühen müssen. So ein Film verpflichtet zu nichts. Es geht schnell, man rbaucht nix investieren, man braucht keine Rücksicht zu nehmen, muss auf nichts warten, usw…
    Glücklicherweise hab ich nun seit 9 jahren einen Mann mit dem ich nicht nur darüber reden kann sondern der mich auch versteht und mit dem ich meine Eifersucht überwinden konnte.
    Den Kindern kann man die Pornographie nicht vorenthalten. Mein Sohn hat spätestens in der Hauptschule in der letzten Bank mit Freunden am Handy Pornos geschaut und war da schons ehr spät dran, weil er zu Hause kein Hady haben durfte bis er 14 war und auch keinen Computer hatte.
    Wie das nun mit meinem jüngsten Sohn wird, weiß ich noch nicht. Ich hoffe, dass meine Kinder eine gute Sexualität haben werden. Sie kennen nur die JETZT-Zeit. Sie wissen nicht, was möglich wäre, wie es früher war, was richtig oder was falsch ist. Sie kennen nur, was IST. Reden wir darüber.

  4. emma /Alice Schwarzer hat das Thema “Pornografie” schon seit vielen Jahren thematisiert (genauso das Thema “Islamismus”). – Reaktion: “prüde”/”altmodisch”
    Ich werde nie verstehen,wieso so manche kritisch denkende,junge Frauen sich vom emma-Feminismus distanzieren. – Das Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit,das Anprangern übelster Missstände kann gar nicht “veralten”.

  5. Danke Danke Danke für diesen Beitrag. Ich beschäftige mich damit schon länger und habe dadurch einen sehr ähnlichen Eindruck gewonnen. Mein ältestes Kind ist noch keine 7 Jahre alt, aber ich frage mich auch schon die ganze Zeit, wie ich ihn vor alledem bewahren soll. Wie vor dem
    ganzen Mist im Netz, vor Mobbing in sozialen Netzwerken und Demütigungen via Whatsapp.
    Ich wünsche mir auch, dass hier etwas geschieht-ich würde mich diesem Kampf stellen!

  6. Hallo, auch ich danke dir für deine sehr guten Beitrag.
    Bevor meine Tochter in die weiterführende Schule, Kleinstadt alles sehr behütet kam, hatte ich auch noch nie mit diesem Thema befassen müssen. Meine Tochter kann schlecht was für sich behalten und es dauert nicht lange, ich würde sagen es waren keine Monate, da hatten auch ALLE wirklich alle Kinder in der 5. einen Porno auf dem Schulgelände gesehen. Wir hatten schon vorher über Bilder gesprochen die nicht mehr aus dem Kopf gehen, ich hatte dazu geraten die Augen zu zumachen und die Situation zu verlassen, was sie auch so handhabte. Trotzdem bleiben die ersten Eindrücke und es wird ihnen was von ihrer Kindheit gestohlen.
    Ich bin mir auch sicher, wie im Artikel beschrieben, viel Eltern wissen es nicht oder wollen es nicht wissen.
    Am schlimmsten finde ich die Eltern die das auch noch als normale Entwicklung sehen und den Kinder keine Grenzen setzen, die dann alle auch- gegen ihren Willen- unter die Nase halten. Alles unter den Deckmantel- völlig normal. Nein das ist es nicht und ich finde es ist sexuelle Gewalt wenn ein Kind es dem Anderen zeigt, ohne das der eine Ahnung hat!

    Es müsste viel mehr darüber gesprochen werden. Über Drogen und Alkohol wurde Anfang der 8. gesprochen und oT meiner Tochter, “für viel zu spät und dann auch noch so verlockend, da hat man doch mal Lust was auszuprobieren,” Ich war entsetzt.

  7. Ich bin so dankbar für diesen Text. Ich fühle mich nicht mehr gaanz so allein. Versuche gerade dieser ganzen besch* Industrie zu entkommen, nachdem ich mich für einen Mann entschiedenen habe der leider pornosüchtig ist/war, wie auch immer. Habe es erst zu spät herausgefunden.

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